Susan Abulhawa - Während die Welt schlief

Im Jahre 1948 werden alle Palästinenser aus dem Dorf Ein Hod vertrieben, darunter auch Dalia und Hasan, Amals Eltern. Amals selbst macht als kleines Mädchen schreckliche Erfahrungen mit dem Krieg und den Israeli. Sie wird 1955 geboren und wächst im Flüchtlingslager auf. Durch eine Ausbildung in einem Mädcheninternat gelangt sie als Studentin nach Amerika.
Doch Amal, mit langem Vokal - das ist arabisch und bedeutet Hoffnungen - kann nicht loslassen, in der schnellen Welt, die Palästina doch so wenig ähnelt. Viele Jahre verbringt sie im sicheren Amerika und versteckt sich vor ihrer beschämenden Vergangenheit und dem Leid, das ihr widerfuhr. Als sie 47 ist wird sie von ihrer Tochter und dem Israeli - oder doch Palästinenser? - David dazu bewegt zurück in ihre Heimat, ins Flüchtlingslager in Jenin zu reisen. Dort trifft sie die Menschen wieder, die mit ihr die schwersten Zeiten durchlebten. Ihre Tochter Sara versucht sich selbst bei den Palästinenser zu finden, doch sie findet etwas ganz anderes - eine Erkenntnise, die Amal lange Jahre zurück gehalten hat: Sara wird von ihrer Mutter Amal doch geliebt.

Während die Welt schlief, Susan Abulhawa
Während die Welt schlief, Susan Abulhawa

Dieses Buch erzählt von zwei Schicksalen. Nein, nicht von Amals und Saras. Die erste Geschichte ist die, der großen aus Ein Hod stammenden Familie Yahya Abulhijas, Amals Großvater. Die zweite Geschichte, die in diesem Buch beschrieben wird, ist eng mit Amals Leben und der Familie ihres Großvaters verwoben. Es ist das Schicksal eines indirekten Protagonisten: Das Schicksal Palästinas und aller Palästinenser.

An vielen Stellen ist dieses Buch eines, das schildert - schildert, wie es Amal erging, wie es ihren Landsleuten erging, den Israelis und dem Land Palästina. Anfangs wird recht viel von Amals Großvater und dessen Kindern erzählt: Es wird berichtet, wie diese in Ein Hod lebten und aus demselbigen vertrieben wurden. Es wird auch berichtet, wie Amal mit ihrer besten Freundin den Krieg erlebte und im Flüchtlingslager aufwuchs. Dieses langwierige Beschreiben ist nicht ganz das, was mir als Leser gefällt, aber auf den anderen Seite lernt man dadurch die Familie Abulhija sehr gut kennen und versteht ihre Geschichte. Und vielleicht bewirkt auch gerade das, dass man durch das Ende sehr bewegt wird.

Bitte mit dem Maus markieren, wenn ihr das Ende wissen wollt!

>> Markieren >> Denn als Amal ihren verschollenen Bruder Ismael als David kennen lernt und sich, um Sara zu schützen, dem ihrer Tochter drohenden Schützen in den Weg wirft, konnte ich gut mit den Charakteren und der Familie mitfühlen. Ebenso, als Amal sich in Amerika verloren gefühlt hat und darunter litt ihren Mann, ihren Bruder und dessen Frau nicht in Sicherheit zu wissen.


Mir gefällt an diesem Buch, dass es die Geschichte eines Landes und eines Lebens so gut zusammenfasst. Allerdings muss ich sagen, dass ich es nicht ein zweites Mal zu Hand nehmen würde, da es irgendwie nicht mein Stil ist.

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