Morton Rhue - Die Welle

Die Welle  - Rezension
Morton Rhue, Die Welle

Nachdem er seinem Geschichtskurs einen Film über die Nationalsozialisten und den zweiten Weltkrieg gezeigt hat, stellen seine Schüler Ben Ross Fragen, die er nicht beantworten kann.
Warum haben die anderen Menschen sich nicht gegen die Nazis gewehrt - denn diese waren anfangs nur in der Minderheit! Warum leugneten nach dem Krieg fast alle Deutschen etwas von den Juden in den Konzentrationslagern gewusst zu haben?
Ben Ross startet in seinem Geschichtskurs ein Experiment. Er gründet die Bewegung "Die Welle", deren Leitsätze lauten: Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft, Macht durch Handeln. Die Schüler machen begeistert mit, fühlen sich einer Gemeinschaft zugehörig und folgen ihrem Anführer, dem Lehrer Mr. Ross. Doch nach und nach eskaliert das Projekt - die Schüler verlieren ihre individuelle Identität und Unabhängigkeit. Unterstufenschüler werden genötigt der Welle beizutreten, man wird schief angeguckt und ausgefragt, wenn man nicht bei Fanversammlungen war und generell alles, was das gute System gefährden könnte wird im Keim erstickt. Als eine Sonderausgabe der Schülerzeitung Contra die Welle veröffentlicht wird, enstehen noch mehr Konflikte und der mittlerweile in seiner selbstgewählten Machtposition als Führer gefangene Ben Ross muss die Bewegung irgendwie beenden. Und zwar so, dass die Schüler auch etwas daraus lernen.

Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, denn an der Palo Alto High School geschah 1969 etwas ähnliches. Vielleicht ist sie deswegen so mitreißend, ich weiß es nicht. Ich finde es spannend, zu sehen, was mit den Leuten passiert, obwohl es eigentlich nur ein friedliches Unterrichtsprojekt sein sollte. Es hat mich zum Nachdenken gebracht - was würde ich in dieser Situation tun? Was würde ich als Lehrer tun? Würde ich mich mich mitreißen lassen, würde ich es merken? Kann man wirklich von der plötzlich erlangten Macht so blind werden? Wie kann man so etwas stoppen?

Diese Fragen sind wichtig und man kann auch paralleln zum eingen Leben erkennen. Bin ich ein Mitläufer? Sind die Leute so versessen auf ihre Idee und merken sie es gar  nicht? Bin ich hier nicht auch einem System gefangen?

Dieses Buch gehört zwar in diesen Unterrichtskomplex Nationalsozialismus und so rein - dazu muss man ja in der Schule immer einige Bücher lesen - aber lässt sich, dafür, dass es so ein komplexes Thema ist, sehr gut lesen und auch verstehen. Womöglich liegt es daran, dass man sich gut in die Figuren einfühlen kann und so die Situation gut versteht. Vor allem der leichte Schreibstil des Autors gefällt mir - es wird schlicht geschrieben, Emotionen tauchen auf, aber es wird nichts unnötig dramatisiert oder beschönigt. Stattdessen werden die Gedanken der Charaktere einfach vermittelt, sowie auch die Handlungen derselbigen.

Es gibt zu diesem Buch auch eine Verfilmung und ich denke, wenn ich einmal die Gelegenheit habe den Film zu sehen, werde ich mir das nicht entgehen lassen.

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