Wolfgang Koeppen - Tauben im Gras

Wolfgang Koeppen - Tauben im Gras
Wolfgang Koeppen - Tauben im Gras

Emilia, Philipp, Carla, Washington, Ezra, Heinz, Doktor Behude, Frau Behrend. Das sind nur einige der Figuren, die in einer unbekannten Stadt im Nachkriegsdeutschland leben.

Der Roman Tauben im Gras beschreibt einen einzigen Tag in dieser Stadt und fokussiert dabei in verschieden Abschnitten jeweils eine der Personen, folgt ihr eine Zeit und stellt ihre Gedanken und Handlungen dar.

Carla Price erwartet ein schwarzes Kind, der Soldat Washington Price ist der Vater. Sie will es abtreiben, doch der Arzt tut nicht, was sie möchte. Carla hat schon einen Sohn, Heinz, der mit dem Jungen Ezra verhandelt - 10 Dollar für einen Hund. Mr Edwin, ein Schriftsteller aus Amerika, besucht die Stadt, ebenso wie die Lehrerinnen aus den USA, unter ihnen Mrs Wescott, Mrs Burnett und Kay. Mr Edwin hält am Abend einen Vortrag doch tagsüber begegnen ihm noch Philipp, der mit ihm eigentlich ein Interview führen soll, und Emilia - Philipps Frau. Emilia und Philipp führen eine nicht sehr glückliche Ehe und Emilia ist Alkoholikerin und versucht durch den Verkauf von vererbtem Schmuck Geld zu bekommen. Und obwohl das Erbe schwer auf ihr lastet und Messalina, die Frau eines Schauspielers sie belästigt, kann sie sich befreien und verschenkt den Schmuck.

Dieses Buch ist ein Alptraum. Und ein einziges Asyndeton. Sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern. Es hat mich einiges an Kraft gekostet, die Inhaltsangabe da oben einigermaßen ansprechend zu gestalten. Und wenn ich ehrlich bin, ich habe da auch den ein oder anderen Euphemismus [rhet. Stilmittel; Beschönigung] verwendet. Es gibt keine wirkliche Handlung, dadurch, dass einfach nur ein x-beliebiger Tag in einer x-beliebigen zerbombten Stadt beschrieben wird. Man liest fortlaufend irgendwelche Wörter, die zusammen 226 Seiten füllen und Gedanken von Figuren darstellen sollen. Man sagt: "Zu viele Köche verderben den Brei." Ja. Köche als Metonymie für Akkumulationen, Asyndeta und Fragen, Wörter und Sätze.
Klar, das Buch hat einen Wert, da es in einer besonderen Epoche entstanden ist, Nachkriegszeit und so. Und ja, ich gebe zu, es enthält geschickt eingebrachte Gesellschaftskritik und ist ein Zeitroman und deswegen literarisch wertvoll, etwas Innovatives, weil es vor dessen Entstehung selten solche Romane gab, in denen die Simultantechnik [erzähltech. Mittel; eine Collage aus Tagesabläufen von Menschen] verwendet wurde. Aber es ist todlangweilig und hat wenig Sinn. Wenn ich wählen dürfte - lies dein Physikbuch oder Tauben im Gras, ich würde mein Physikbuch lesen. Dabei lerne ich wenigstens noch irgendwie etwas und es ist vielleicht minimal interessant.
Ein berühmter Literatur-Kritiker, der Herr Marcel Reich-Ranicki, hat über den Roman Folgendes gesagt: "Für das allerwichtigste Buch von Koeppen halte ich den herrlichen Roman Tauben im Gras, veröffentlicht 1951 und nach wie vor viel zuwenig bekannt. Wer diesen Roman nicht gelesen hat, der solle nicht glauben, er kenne die deutsche Literatur nach 1945."

Dazu sage ich nur drei Dinge, kurz und knapp.

1. Allerwichtigstes Buch - herrlichster Roman? Was hat der Koeppen denn dann noch geschrieben, dass Tauben im Gras als toll gilt?

2. zuwenig bekannt - hat bestimmt seinen Grund.

3. Unter diesen Umständen will ich gar nicht die Literatur nach 1945 kennen.
Und wie man sicherlich schon bemerkt hat, ich habe das Buch nicht freiwillig gelesen, sondern Schule.


Mann war diese Buchkritik anstrengend und agfawuieoghaö! Sorry, dass ich das Buch so runter gemacht habe, aber mir gefällt es nicht.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

BUCHKRITIK Blog - neue Rezensionen

26.12.2016

SKIZZEN

 

14.07.16

Raumschiff Enterprise - Episoden 9&10

 

23.06.16

George R.R. Martin - A Game of Thrones

 

24.05.16

Herbie Brennan - Das Elfenportal

NEUIGKEITEN und sowas

28.7.16

the turtle's shell

 

14.7.16

heute gab's einen ganzen lyischen Schwall:

the storm

spring

Geysir

can not be alone

the filly

Lamour

 

13.3.16

make love not war - Aufruf an ALLE

...