Katrin Rohde - Mama Tenga

Katrin Rohde - Mama Tenga
Katrin Rohde - Mama Tenga

1996 gibt Katrin Rohde ihr gesamtes Hab und Gut auf und verlässt mit einem One-way-Ticket Deutschland. Sie reist nach Ougadougou, die Hauptstadt Burkina Fasos, um sich dort nützlich zu machen.
Mit der vagen Idee im Kopf, Straßenjungen zu helfen, wird sie Muslima und nimmt erst nur ein paar, schließlich fast 20 Jungen bei sich auf. Sie erhält Unterstützung von Menschen, die sie kennengelernt und schnell als Freunde gewonnen hat. Katrin kümmert sich um die Jungen und lässt sie erfahren, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Schon bald kommen immer mehr Jungen zu ihr, sodass sie auf einem großen Gelände ein Waisenhaus errichtet - was sich als nicht so einfach erweist. Ihre Jungen sind jedoch begeistert und helfen sowohl bei der Planung, als auch beim Bau tatkräftig mit.
Im Laufe ihres Lebens in Afrika begegnet Katrin Rohde immer mehr Leid, aber auch viel Freude. Sie bringt viele Menschen dazu, sich helfen zu können, bringt Kinder dazu, zur Schule zu gehen und errichtet schließlich eine Krankenstation, ein Mädchenwaisenhaus und weitere Einrichtungen.
Viele Menschen sind mit ihr befreundet und fast ganz Ougadougou kennt sie - unter dem Namen "Mama Tenga", Mutter Vaterland. Dieser Name hat seinen Ursprung allerdings nicht in ihren großen Taten, sondern in einem einfachen sprachlichen Missverständnis.

Mama Tenga ist eine Autobiographie und ich finde, ein sehr gelungene.
Mit Afrika hatte ich mich noch nie befasst, man hört eben eigentlich immer, dass die Kriminalität hoch ist, die Menschen dort arm sind, leiden, verhungern oder unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Diese Informationen reichten mir, denn der Kontinent ist ja auch weit weg von Europa und die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort einmal lande, ist zumindest jetzt noch sehr gering.
Diese Buch zeigt aber etwas ganz anderes und das finde ich so spannend. Katrin Rohde beschreibt einen unglaublichen Zusammenhalt und einen Sinn für Gemeinschaft, den ich nie für real gehalten hätte. Sie berichtet voll Elan von ihren Taten und auch den Kosten und Mühen, die damit verbunden waren, die sie jedoch nicht gescheut hat. Es kommt wirklich rüber, dass sie von diesem Kontinent und dem Leben dort fasziniert ist und dort einen Platz hat.
Bewundernswert finde ich, nicht dass sie den Mut hat, so zu handeln, sondern dass sie es konsequent tut. Mama Tenga steht mitten im Leben (ja, ich weiß, dass das so eine Sendung bei RTL ist) und nutzt ihre Kraft. Sie schreibt sehr ehrlich, auch über ihre Fehler, die sie in diesem Buch manchmal rüblickend kommentiert, so bekommt man auch gut einen Einblick in das, was sie tut und auch in das Leben in Burkina Faso.
Mein Bild von Afrika wurde verändert. Natürlich gibt es dort viel Leid. Afrika ist ein Kontinent, der Europa braucht. Aber Afrika braucht nicht Europas Geld, sondern Europas helfende Hand. Und Afrika braucht Zeit. Und wir sollten uns trauen, zu helfen und vor allem zu erfahren, wie es wirklich dort ist.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

BUCHKRITIK Blog - neue Rezensionen

26.12.2016

SKIZZEN

 

14.07.16

Raumschiff Enterprise - Episoden 9&10

 

23.06.16

George R.R. Martin - A Game of Thrones

 

24.05.16

Herbie Brennan - Das Elfenportal

NEUIGKEITEN und sowas

28.7.16

the turtle's shell

 

14.7.16

heute gab's einen ganzen lyischen Schwall:

the storm

spring

Geysir

can not be alone

the filly

Lamour

 

13.3.16

make love not war - Aufruf an ALLE

...