Karl May - Unter Geiern

Rezension // Unter Geiern
Karl May - Unter Geiern

Im wilden Westen stoßen die zwei Trapper, die als der dicke Jemmy und der lange Davy bekannt sind, auf den jungen Weißen, Martin Baumann, und dessen Begleiter. Baumann ist der Sohn des Bährenjägers Baumann, der von den Sioux gefangen genommen wurde. Mit der Unterstützung seiner neu gewonnenen Freunde machen er und seine Begleiter sich auf, seinen Vater zu befreien.

Doch eine Befreiungsaktion im wilden Westen ist kein Sonntagsspaziergang und ihnen lauern Gefahren auf - wie die Upsorokas, ein Trupp entehrter Indianer. Glücklicherweise treffen die Gefährten auf den berühmten Old Shatterhand und dessen Blutsbruder Winnetou, den weisen und furchtlosen Häuptling der Apatschen. Diese beiden retten nicht nur den Bährenjäger sondern schließlich auch dessen Sohn aus den Händen der Sioux.

Außerdem greifen Old Shatterhand und Winnetou ein, als die berüchtigte Geier-Bande im Llano Estacado ihr Unwesen treibt. Siedler und einfache Leute werden in die Irre geführt, sodass sie in der Wüste umkommen - und die Geier ihnen ihr Geld abnehmen können. Durch das Eingreifen der unerschrockenen Westmänner wird der Geist des Llano Estacado bei seinen Bemühungen unterstüzt, wieder für Recht und Ordnung zu sorgen und die Geier in ihre Schranken zu weisen.

Der liebe Herr Karl May war niemals im wilden Westen. Und doch bringt er es fertig solch erstaunliche Abenteuerromane zu schreiben, die unzählig viele detailreiche Naturbeschreibungen enthalten - wie zum Beispiel die Schilderung des Yellowstone Nationalparks oder der Naturschauspiele in der Wüste. Ein großes Kompliment an ihn, obwohl ich aufgrund der Ausschweifungen manchmal schon Lust hatte ein paar Absätze zu überspringen.

Etwas ebenso Karl-May-typisches ist wahrscheinlich auch der Charakter seiner Hauptfiguren, Winnetou und Old Shatterhand. Zwei tapfere, gute und (wie Shatterhand selbst häufig anmerkt) christlich handelnde Amerikaner, die sich für das Gute einsetzen. Zwei Ritter des Wilden Westens, wenn man so will. Sie sind immer zur rechten Zeit zur Stelle und wissen beide, was in Gefahren zu tun ist.

Obwohl von Anfang an klar ist, dass das Gute und somit Shatterhand und Winntou siegen werden, ist der Roman nicht minder spannend, da die Beiden sich in brenzligen Situationen behaupten müssen und es spannend ist, zu lesen, wie sie beispielsweise den Geiern auf die Schliche kommen oder mit anderen Indianern kämpfen.

Das königliche Auftreten von Winnetou ist in den Büchern genauso geschildert worden, wie es in den Filmen dargestellt wird - generell wirkt die Geschichte sehr lebendig. Karl May ist es gelungen einen guten Abenteuerroman zu schreiben, auch wenn mir manchmal zu viel geredet und beschrieben wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass Winnetous Geschichten ganze Generationen begeistert haben und frage mich, warum er jetzt nicht mehr so angesagt ist. "Altmodisch" war die Zeit, zu der das alles spielt, vor dreißig, vierzig Jahren ja auch schon... Ich jedenfalls finde, dass mit Unter Geiern Karl May einen guten, spannenden Roman geschaffen hat, der es Wert ist, gelesen zu werden. Und gegen das Lesen eines seiner anderen Bücher hätte ich auch nichts.

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