Stephenie Meyer - Bis(s) zur Mittagsstunde

Rezension // New Moon (Biss zur Mittagsstunde)
Stephenie Meyer - Bis(s) zur Mittagsstunde

Als Bella sich an ihrem Geburtstag verletzt, wird sie fast von den Cullens getötet. Nur Carlisle ist es zu verdanken, dass sie überlebt - doch nach diesem Vorfall entscheidet Edward, dass er sie verlassen muss, er kann sie nicht mehr lieben und seine Gegenwart ist zu gefährlich für Bella.

Diese Trennung zerstört Bella und sie wird depressiv.

Doch plötzlich findet sie heraus, dass sie, wenn sie etwas Gefährliches tut, Edwards Stimme in ihrem Kopf hören kann. So versucht sie mit ihrem Freund Jacob waghalsige Aktionen, er bringt ihr das Motorradfahren bei. Aber bald findet sie raus, dass auch Jacob nicht normal ist. Seine Vorfahren haben von Legenden erzählt, denen zufolge der Stamm der Quileute von den Wölfen abstammt. Und es scheint, als seien diese Legenden wahr.

Was soll Bella nun tun? Ihr bester Freund Jacob ist also ein Werwolf. Und ihr Freund Edward ist ein Vampir - der größte Widersacher der Wölfe. Aber Edward wird sowieso nie wieder zurückkehren, oder?

Der englische Titel dieses Romans ist "New Moon" und ich habe auch herausgefunden, warum. Denn bei Neumond ist die Nacht am dunkelsten, so wie Bellas Leben in "New Moon" oder Bis(s) zur Mittagsstunde am dunkelsten ist. Der deutsche Titel ist dagegen ein Nichts. Hat überhaupt keine Aussage, anders als der Originaltitel.

Bellas Leben ist im zweiten Band der Twilight Saga wirklich am dunkelsten, sie ist vollkommen depressiv und das finde ich schrecklich! Dieses Buch hat sogar auch mich depressiv gemacht, so düster ist die Stimmung. Ich habe mich während des Lesens gefragt, wie man nur so abhängig von jemanden sein kann. Ich finde, Liebe ist das nicht. Das ist keine Hingabe, das ist das Aufgeben des eigenen Ichs. So wie es im ersten Band zu viele Seiten mit Liebeserklärungen gab, so gibt es nun im zweiten Band zu viele depressive Phasen, zu viele Fragen und zu viel Schmerz.

Durch Jacob nimmt Bellas Leben endlich eine Wendung, das gefällt mir. Mir gefällt sowieso Jacob am meisten. Er ist fürsorglich aber kettet sich an niemanden. Er ist so männlich, wie er zu sein hat. Er hat echte, natürliche Gefühle und ist eine ausgeglichene Person - abgesehen davon, dass er ein Werwolf ist (und auch ein bisschen ein Hulk ist - ja ich hab's mit dem Hulk). Jacob bringt mehr Action ins Spiel, mit ihm erlebt Bella was und es gibt weniger "Ich liebe dich so sehr"-Szenen.

Dennoch fehlt es generell an Action. Kampfszenen? Ne. Blut? Ne. Jemand stirbt fast? Naja. Bella sieht nur die Wölfe im Wald und man erfährt hinterher, dass James tot ist. Das ist skurril. Es wird Spannung aufgebaut und Spannung abgebaut - aber einen Höhepunkt, wo alles zusammen kommt? Den gibt es nicht. Das gleiche bei den Volturi. Es gibt keine Spannungen, alles nur Anfänge und dann gibt es eine Aussprache. Außerdem erfährt man nur, dass Touristen entführt werden. Das ist ja so, als ob man sich eine Pizza bestellt und immer nur ein einziges Stückchen isst und die Pizza dann wegschmeißt. Stephenie Meyer lässt sich gar nicht auf das ein, was passieren kann, sie isst die Pizza gar nicht ganz auf. Stattdessen gibt es wieder Bellas Innenleben, das geschildert wird. Und das ähnelt mehr einer "Ohne-dich-ist-alles-doof"-Tasse als einem Menschen.

Glücklicherweise führt Stephenie Meyer hier wenigstens etwas die Nebenhandlung fort, Victoria jagt Bella. Nur davon bekommt man auch nicht viel mit.

"New Moon" ist ein Mädchenroman, so viel ist klar. Es wird viel über Gefühle geredet und so. Aber ein guter Roman ist es noch nicht. Zumindest stellenweise ist der zweite Band besser als der erste.

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