Fanny Schönau - Herzklopfen und Hüttenzauber

Rezension // Herzklopfen und Hüttenzauber

Heidi Herzog wird schon seit irgendwie immer von ihrer Familie als schwarzes Schaf angesehen. Das fällt besonders auf, als Heidis Eltern das Erbe vorzeitig verteilen: Ihr Bruder bekommt den Hof, ihre Schwester bekommt das Geld und Heidi - Heidi bekommt eine öde, alte Alm, die Sausteigalm. Und verkaufen lässt sich die Hütte auch nicht, denn es wohnt ja die alte Zita heroben.

Nach einigem Hin und Her beschließt Heidi zur Alm zu fahren und ihre Großtante oder sonstwie Anverwandte von dort in ein Altenheim zu verfrachten und dann die Hütte zu Geld zu machen. Doch damit stößt sie bei der Zita auf taube Ohren. Die denkt nämlich gar nicht daran, wegzugehen, Kreuz Teifi. Und bald kann Heidi auch gar nicht mehr weg von der Alm, die Zita bricht sich nämlich was und muss von ihr versorgt werden.

Doch nach und nach ändert sich Heidis Meinung von der Alm und den Leuten oben, vor allem vom Hannes. Wenn da nicht der Fred wäre. Und das Leben in der Stadt. Aber trotzdem ist es schön auf der Alm, dort ist Heidi weit weg von ihrer Arbeit und dem pampigen Chef. Es ist so friedlich in den Bergen!

Bis schließlich die garstige und hinterlistige Schwägerin Sonja auftaucht, die die Alm für sich beansprucht. Soll's zum Teifi geh' mit der!

Ich hab dieses Buch geschenkt bekommen und dachte mir am Anfang so "Eeeh, was soll ich denn mit dem Buch, das ist ja voll komisch", bin also mit gemischten Erwartungen an das Lesen herangegangen. Aber alle Befürchtungen waren unbegründet, denn Herzklopfen und Hüttenzauber ist kein komisches, sondern ein gutes Buch.

Das erste, was mir aufgefallen ist, war die Schreibweise von Fanny Schönau (Karin Bischof). Die Geschichte spielt in Österreich und dementsprechend reden auch die Leute - mit Dialekt. Es ist ziemlich unterhaltsam die Dialoge zu lesen und im Ohr oder Kopf zu haben, wie die Leute sprechen, zum Beispiel die Zita, wenn sie sich beklagt: Meiomeiomeeii.

Lustig ist auch, dass aus der Ich-Perspektive erzählt wird und man direkt in Heidi drin sitzt. Und alle Gedanken von ihr mitbekommt. Sie ist ziemlich unentschlossen und unsicher, daher sind ihre Gedanken, Hoffnungen und Befürchtungen sehr amüsant. Vor allem, wenn sie sich romantische Szenen vorstellt, oder erklärt, wer sie gerne wäre.

Allerdings macht Heidi im Verlaufe der Handlung auch eine Entwicklung durch. Wo sie anfangs noch die Alm verscherbeln wollte und an ihrer Illusion von einer Beziehung mit Fred hing, wird sie am Ende selbstbewusster - dennoch bleibt ihr unsicherer, sprunghafter Charakter - und kann Fred einen Korb geben. Zita spiegelt diese Entwicklung, denn parallel zu Heidis Veränderung wird sie auch freundlicher - oder eben wieder biestig.

Mir hat dieser Roman also gefallen. Die Hauptcharaktere sind interessant und sympathisch (selbst die Zita!) und der Schreibstil ist gut. Da die Geschichte so locker geschrieben ist, kann man sie gut zwischendurch lesen, auch wenn man das Buch für einige Zeit weggelegt hat, kommt man beim Weiterlesen wieder gut zurecht. Herzklopfen und Hüttenzauber ist ein gelungener, leicht bekömmlicher Roman.

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