Seelentausch

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Prolog


Die Seele war unerreichbar, doch sie war da. Es gab sie.

Doch sie war gespalten worden. Das was sie zusammengehalten hatte war zerrissen. Ihr Charakter teilte sich. Nach etlichen Jahrhunderten ein Riss.

Die vorige Hülle, der vorige Mensch, hatte Freundschaft und Wille so sehr voneinander getrennt, dass seine Seele sich teilen musste. Sie hätte es sonst nicht mehr ertragen.

Nun wurde sie wieder weitergegeben, in den Körper eines Neugeborenen gelegt. Auch gespaltene Seelen wurden weitergegeben.

Eine getrennte Seele. Eine Verkümmerte wäre schlimmer.

Die Seele bekam zwei Körper. Es waren zwei Mädchen.

Durch die gespaltene Seele entstanden zwei völlig verschiedene Menschen. Doch sie gehörten zusammen.

Nach einem guten Leben könnte die Seele wieder verwachsen.

 

 

Erstens.

Es war sehr laut.

Ich wusste, dass sie es nicht länger ertragen könnte. Sie würde das Spiel nicht länger mitmachen.

Ich spürte wie Fly der Kopf dröhnte, ich wusste, dass ihr schlecht war. Ich wusste, sie hatte Angst.

Noch einen Augenblick, dann...

Fly stieß den Cocktail vom Tisch, hielt sich die Ohren zu. Sie schloss die Augen und rannte raus.

Raus.

Raus aus dieser schrecklichen Disco.

Als sie die Musik nicht mehr hörte, blieb sie stehen.

Super. Tolle Freunde, die ihr das angetan hatten. Sie wollten sie doch bloß ärgern. Doch, es stimmte. Ich wusste es. Sie wollten Fly ärgern.

Freiwillig wäre Fly niemals in die Disco gegangen. Ich kannte sie doch.

Ich hörte Schritte. Fly drehte sich nicht um.

Fly!“ Ich erkannte die Stimme von Nora.

Fly erkannte die Stimme auch, und sie lief davon.

Fly, warte doch! Was soll das?“, fragte Nora.

Ich sah eine Träne auf Flys Gesicht, doch Fly drehte sich trotzdem um und sagte: „Nora, lass mich bloß in Ruhe! Diese Disco... Was sollte das? Du, Christie und Alex, ihr wusstet doch, dass ich so etwas nicht ertragen kann! Dass ich so was nicht will! Ich trinke keinen Alkohol! Auch nicht mit sechzehn, wenn ich es eigentlich schon dürfte! Ich will nicht von allen Seiten angequatscht werden, von Leuten die nicht mehr zwischen rechts und links unterscheiden können! Lass mich!“

Nora äffte sie doof nach und verschwand wieder in der Disco.

Fly tat mir Leid. Ihr Kopf tat ihr wahnsinnig weh und ihr war richtig schlecht.

Warum hatte sie bloß dieses Zeug getrunken? Ich wusste es nicht.

 

 

Leise und vorsichtig versuchte Fly den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Einen Moment lang hörte man das Kratzen am Schlüsselloch und ich wusste, dass sie noch nach der Öffnung für den Schlüssel suchte. Dann gab die Tür ein leises „Klick“ von sich und sprang auf.

Fly zog sich ihre Chucks aus und schlich leise durch den Flur. Doch es war erst halb zwölf und ihre Eltern waren noch wach. Ich wusste aber, dass Fly ihre Geschwister nicht wecken wollte.

Als sie am Wohnzimmer vorbei kam, sahen ihre Eltern sie. „So früh schon zurück, Fly?“, fragte ihr Vater. Er nannte sie immer Fly, ihre Mutter sagte stattdessen immer Toni zu ihr und ich konnte nachvollziehen, dass das Fly irgendwann nerven würde.

Ach Pa, diese Disco war der totale Mist! Ich konnte sie nicht ausstehen!“

Wen? Die Disco oder die Leute und deine Freunde?“ Ihre Mutter.

Beide. Die Disco war zu laut und zu voll und ...naja... meine sogenannten Freunde auch.“ Flys Wortwitze. Immer etwas zu lachen.

Gut' Nacht, Fly.“

Träum' schön, Toni!“

Fly ging. Ich spürte ihre Müdigkeit.

Doch ihr Vater hielt sie auf.

Warte, Fly! Heißt das, dass das erste und letzte Mal mit „Abends weg in die Disco“ war?

Ich sah wie Fly nickte. Und ich wusste: Es war ernst gemeint.

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